Das Konzept

Wie Steigerpass funktioniert: das Vorbild Harzer Wandernadel, der digitale Stempel, die Abzeichen – und warum man unseren Check-ins vertrauen kann.

Das Vorbild: die Harzer Wandernadel

Seit 2006 sammeln Wanderer im Harz Stempel: 222 grüne Kästen stehen an Aussichtspunkten, Hütten und Felsen, gestempelt wird auf Papier in einen Wanderpass. Was als Tourismusidee begann, ist heute eine der erfolgreichsten Wanderbewegungen Deutschlands – zuletzt mit rund 90.000 verkauften Pässen pro Jahr und Tausenden „Wanderkaisern", die alle 222 Stellen geschafft haben.

Das Erfolgsrezept ist einfach: klare Stufen (Bronze ab 8, Silber ab 16, Gold ab 25 Stempeln, Wanderkönig ab 50, Wanderkaiser bei allen 222), eine endliche, sammelbare Menge, niedrige Einstiegshürden und Abzeichen auch für Kinder.

Unsere Übersetzung für Chemnitz & das Erzgebirge

Steigerpass nimmt diese Mechanik – und lässt das Papier weg:

  • 35 Stempelstellen zwischen Küchwald und Fichtelberg, kuratiert mit Blick auf Vielfalt: Gipfel, Aussichtstürme, Burgen, Talsperren, Naturdenkmale und Orte des UNESCO-Welterbes Montanregion.
  • Gestempelt wird per GPS in der App: hinwandern, „Jetzt stempeln" tippen, fertig.
  • Abzeichen mit Bergbau-Seele: Erste Schicht (1), Kupfernadel (5), Zinnnadel (12), Silbernadel (20), Goldnadel (28) und die Steigerkrone für alle 35. Dazu Sonderabzeichen wie Stadtwanderer, Gipfelstürmer (alle Gipfel ab 900 m) und Montankrone.
  • Sozial wie 2010: Feed, Freundeslisten, „Glück auf!"-Grüße statt Likes und Gipfelpaten – wer ein Ziel am häufigsten besucht, trägt den Titel. Foursquare lässt grüßen.

Warum man unseren Stempeln vertrauen kann

Ein digitaler Stempel ist nur dann etwas wert, wenn er nicht zu fälschen ist – erst recht, wenn Krankenkassen Bonusprogramme darauf aufbauen sollen. Deshalb prüft der Steigerpass-Server jeden Check-in mehrstufig:

  1. Einmal-Codes: Jeder Stempelversuch fordert zuerst einen kurzlebigen Einmal-Code an. Aufgezeichnete oder wiederholte Anfragen laufen ins Leere.
  2. Standortprüfung: Die GPS-Position muss innerhalb des Stempelradius liegen und ausreichend genau sein. Vom Betriebssystem als „simuliert" markierte Positionen werden abgelehnt.
  3. Geräte-Attestierung: Jeder Stempel muss ein Geräte-Attest mitliefern – ohne gibt es keinen Stempel. In der Pilotphase wird das Attest serverseitig entgegengenommen und geprüft; zum Launch wird es an Play Integrity (Android) bzw. App Attest (iOS) angebunden, sodass nur die unveränderte App auf echten Geräten stempeln kann.
  4. Plausibilitätsprüfung: Wer laut Check-ins schneller als physikalisch möglich von Ziel zu Ziel „reist", fliegt auf. Tageslimits verhindern Massen-Stempeln.
  5. Vertrauens-Score: Auffällige Konten verlieren Vertrauen; ihre Check-ins werden markiert und fließen nie in Nachweise ein.

Für Krankenkassen

Nutzer:innen können ihre verifizierte Wanderaktivität als kryptografisch signierten Nachweis exportieren (HMAC-SHA256). Partner-Krankenkassen prüfen die Signatur über eine einfache API und können den Nachweis in ihren Bonusprogrammen anerkennen – ohne Zugriff auf Bewegungsprofile, denn geteilt wird nur, was die Nutzerin aktiv exportiert.

Roadmap

PhaseInhalt
JetztApp (iOS/Android), 35 Stempelstellen, Abzeichen, Feed, Ranglisten
Als NächstesSaisonale Themen-Touren (z. B. „Weihnachtsland-Runde"), Kinder-Abzeichen, Vereins-Teams
SpäterKrankenkassen-Partnerschaften, physische Jahres-Nadel zum Bestellen, tschechische Seite des Erzgebirges

Glück auf – wir sehen uns am Gipfel!